Angkor Wat & Battambang – Kambodscha per Tuk Tuk

Angkor Wat

Mit diesem Plan erkundest Du Angkor Wat per Tuk Tuk, siehst die besten Tempel der Nr. 1 Destination von Kambodscha und entgehst auch noch größtenteils den Gruppenreisen.

All My Friends Are Angkor End
Siem Reap, Battambang – Kambodscha
5. – 13. April 2012

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Völlig durch den Wind fallen wir nach der Horrorfahrt aus  Laos aus dem Bus und besitzen noch nicht einmal mehr die Willenskraft, uns gegen einen Tuktuk-Schlepper zu wehren, der uns gemeinsam mit Ursula und dem Kasseler David in ein Hotel für die Nacht verfrachtet. Hauptsache pennen, alles andere kann man am nächsten Tag auch noch klären.
Siem Reap KrokodileNach dem Frühstück ziehen wir in eine Unterkunft mit dem typischen Khmer-Namen „European Guesthouse“ um. Einer der Angestellten fragt uns gleich, ob er uns das Haus-Krokodil zeigen soll. Während wir an ein riesiges Stofftier oder ein steinernes Götzenbild denken, betreten wir den nach hinten gelegenen Balkon und starren fassungslos auf cirka 100 Krokos, die in zwei eingemauerten Arealen mit Pools „leben“. Das angrenzende Guesthouse möchte sich weder von seinem Nebenverdienst mit Kroko-Taschen trennen, noch die Riesen-Reptilien umsiedeln und die Pools für die eigenen Gästen nutzen. Mehr als verständnisloses Kopfschütteln ist hier leider nicht drin, der Tierrechtler-Drang, die Viecher irgendwie zu befreien, könnte mehr Schaden als Nutzen anrichten (bloggt mal mit anderthalb Fingern!!!). Und so was wie Verordnungen zur artgerechten Tierhaltung sind in Kambodscha nicht gerade fest in der Verfassung verankert, und im Deutsch-Khmer-Langenscheidt findet man bei „Ordnungsamt“ nur ein dickes Fragezeichen.

So ziehen wir über die verschiedenen Märkte Siem Reaps und kämpfen mit kambodschanischen Geldautomaten, die den gewünschten Betrag nicht ausspucken, jedoch trotzdem abbuchen. Das von außen eher unspektakuläre Restaurant neben dem Mom’s Guesthouse hat es in sich. Die vegetarische Variante des kambodschanischen Nationalgerichts Amok (please enter your Columbine-Wortspiel here) schmeckt genial. Abends geht’s über den tollen Nachtmarkt der Stadt und wir finden eine Bar, die große Gläser Gezapftes für 0,5$ an den Mann bringt (in Kambodscha wird so gut wie alles in US-Knete gelöhnt, auch die Bankomaten schmeißen nur Grünes aus, die Landeswährung Riel dient lediglich als Kleingeld). Und nein, diese Bar liegt nicht auf der ominösen sowie überlaufenen und -teuerten Pub Street.
Angkor Wat mit dem Tuk TukWährend David aufgrund knapper Zeit Angkor an einem Tag erkundet und sich verabschiedet, erhalten wir mit Ines Verstärkung aus der Heimat, die für die nächsten drei Wochen mit uns in Richtung Vietnam reisen wird. Die Wiedersehensfreude ist groß. Außerdem hat Ines uns dankenswerterweise neue Halb-Trekkingschuhe mitgebracht, nachdem wir unsere dicken Wandertreter aus Nordthailand nach Hause geschickt hatten. Da das Mehrtagesticket in Angkor Wat schon ab dem späten Nachmittag des Vortages gültig ist, lassen wir uns von Tuktuk-Fahrer Sok zum Sunset Point auf den Phnom Bakheng kutschieren, jedoch ist die begrenzte Anzahl an erlaubten Besuchern auf dem Tempelhügel bereits erreicht, als wir eintreffen. Natürlich wittert Sok eine Weiterbeschäftigung für die nächsten Tage, so dass wir einen guten Tageskurs (15 US-Dollar für 4 Personen) aushandeln und uns für den nächsten Morgen verabreden.

Angkor Wat mit dem Tuk Tuk

Angkor Wat Am ersten Tag klappern zunächst die kleineren Tempel (Preah Khan, Ta Som, Östlicher Mebon, Pre Rup, Preah Neak Poan, Banteay Samre) ab. Gut, dass wir uns für die Tuktuk-Variante entschieden haben. Mit dem Fahrrad liegen die verschiedenen Anlagen zu weit auseinander und es ist eh viel zu heiß, so dass man sich im Tuktuk wenigstens vom Tempelklettern erholen kann. Abends sind wir zeitig vor Ort und schaffen es diesmal auf den Sonnenuntergangshügel. Das Ganze entpuppt sich als weniger spektakulär, da es nahezu unmöglich ist, die Sonne über den berühmten Angkor Wat -Tempeln untergehen zu lassen. Stattdessen verabschiedet sich die Sonne in einer Mischung aus Wolken und Nebel eher trist über der Steppenlandschaft. Zurück in Siem Reap geben wir uns ein weiteres Mal das Double aus Nachtmarkt und Draught Beer. Uns haben es besonders die Produkte von Angkor Recycled angetan, die alte Zementsäcke zu Accessoires wie Taschen, Handy & iPad-Hüllen, Waschsalons, etc. aufpeppen.
Angkor Wat SonnenaufgangFür den Sonnenaufgang bei Angkor Wat werden wir um 5 Uhr morgens abgeholt. Vielleicht haben wir einfach den falschen Tag erwischt, aber von „majestätischen, in purpur getauchten Silhouetten“ ist nicht wirklich was zu sehen. Die Sonne geht zumindest im April viel zu östlich auf, um vom klassischen Standpunkt an den Seen vor den Tempeln die typischen Postkartenshots zu erhalten. Na ja, Photoshop fixes everything. Als viel beeindruckender erweist sich Ta Prohm, den man auch aus irgendeinem Tomb Raider-Streifen kennen könnte. Riesige Wurzeln haben sich ihren Weg durchs Gestein geschoben, manche Bäume wachsen auf den Tempelmauern. Sok spielt sein Insiderwissen aus und setzt uns zu einem Zeitpunkt ab, an dem die meisten Touristen gerade frühstücken, so dass wir den verwilderten Ta Prohm nahezu alleine erkunden können. Weiter geht das Tempelhopping zu den Anlagen von Ta Keo und Banteay Kdei, einem ehemaligen Kloster, dass Ta Prohm durchaus ähnelt. Die Wasserbecken von Sra Srang kann man getrost auslassen. Wer genug Zeit hat, sollte jedoch unbedingt zum cirka 45 Kilometer außerhalb gelegenen Banteay Srei fahren. Das als Kunstgalerie von Angkor titulierte Areal ist abwechslungsreich und glänzt mit gut erhaltenen Steinmetzarbeiten. Bei Mr. Fish wagen sich Vera und Ines abends für ein paar Minuten in ein Becken mit Unmengen von Putzerfischen, die sich sofort an die Arbeit machen und den beiden an den Füßen knabbern. Von Lachkrämpfen geschüttelt entscheiden sich die Mädels dann doch lieber für die 1 Dollar-Fußmassage. Danach gibt es – never change a winning team – Nachtmarkt und Feierabendbier.

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Angkor Wat Ta ProhmDie großen Tempel von Angkor Wat haben wir uns für den dritten und letzten Tag aufgespart. Durch die gigantischen Tore von Angkor Thom sind wir in den vergangenen Tagen schon oft gefahren, doch endlich nehmen wir die Stadt genauer unter die Lupe. Die Tempelanlage Bayon, bekannt durch die vielen Gesichter (216 an der Zahl) des Herrschers Avalokiteshvara, ist zwar leider von Touristen überlaufen, aber dennoch beeindruckend und ein absolutes Muss. Zum Glück ist Angkor Thom weitläufig und bis auf die Elefantenterrasse sind wir oft alleine an den Sehenswürdigkeiten. Es ist Mittag und brütend heiß, doch während die meisten Touristen pausieren, fahren wir zu den Lotustürmen von Angkor Wat. Unsere Entscheidung war genau richtig. Wir können ungestört Fotos machen und auf der oberen Aussichtsplattform sind wir anfangs die Einzigen. Drei Tage Tempel-seeing reichen uns dann aber auch. Nach einem kühlen Bier vorm Dschungeltempel Ta Prohm verabschieden wir uns. Die Hinterlassenschaften der alten Khmer sind wirklich gigantisch, Die Tempel von Angkor Wat ein Must-Do auf einer Reise durch Südostasien und von nahezu überall relativ problemlos zu erreichen.

 

Von Siem Reap nach Battambang mit dem Boot

Battambang per BootFür die Weiterfahrt nach Battambang wählen wir die Variante mit dem Boot. Zum Ende der Trockenzeit ist der Wasserpegel auf den Flüssen niedrig, so können wir nur mit einem kleinen Boot über die Kanäle und den größten See Kambodschas, den Tonlé Sap, schippern. Die Fahrt zieht sich ewig hin, doch die schwimmenden Dörfer und die tolle Landschaft machen das wett. Praktisch, dass gleich am Pier ein Schlepper des Asia Hotels steht, das hatten wir uns eh ausgeguckt. Geräumige, saubere Zimmer für 5 Dollar!

 

Battambang Bamboo TrainMit Tuktuk-Fahrer Barney geht es am nächsten Tag auf Tour. Der Trip startet gleich mit einem Highlight: Eine Fahrt mit dem alten Bambuszug. Der Wagen (nori) besteht aus einem 3 Meter langen Holzrahmen mit Leisten aus Bambus und ruht auf zwei hantelähnlichen Achsen. Angetrieben von einem 6 PS starkem Motor rattert der Open-Air-Zug mit 15 km/h durch die Gegend. Macht total Spaß und kommt einem viel schneller vor. Doch Vorsicht bei Gegenverkehr! Dann wird ein Nori (Schick-Schnack-Schnuck entscheidet) schnell abgebaut und an die Seite gelegt. Bei einem Stopp an einer Reisfabrik
werden wir von Kinderguides umzingelt, die uns alle die Reisproduktion erklären wollen. Ihr Englisch ist richtig gut und wir unterhalten uns lange mit der Bande. Danach fahren wir zum Wat Kor Dorf mit alten Khmer-Häusern und gigantischen Obstbäumen und streifen durch Gewürz-Felder. Ein Rundgang mit anschließender Degustation auf Prasat Phnom Banon, dem einzigen Weingut Kambodschas, ist natürlich Pflicht. Der Shiraz mundet uns nicht so sehr, Ginger- und Traubensaft schon eher. Richtig gut finden wir den hauseigenen Banon Brandy. Leicht angeschwipst schaffen wir die 358 Stufen zum Prasat Banan mit links. Der hochgelegene Tempel soll an Angkor Wat erinnern, was irgendwie nicht gelingen mag. Aber die Aussicht auf die umliegenden Reisfelder ist sehenswert. Und weil Tempelberge bei extrem hohen Temperaturen so viel Spaß machen, steht gleich noch einer auf dem Programm. Auf dem Phnom Sampeau besuchen wir mehrere Tempel, bringen unser Hab und Gut vor den Makaken-Affen in Sicherheit und wagen uns in die bedrückende Killing Cave, die heute als Wallfahrtsort dient. Neben dem Buddha in der Höhle liegt ein gläsernes Mahnmal mit Knochen und Schädeln von Menschen, die von den Khmer Rouge in den 1970ern zu Tode geprügelt wurden. Harte Kost, doch bei einem Besuch Kambodschas kreuzt man immer wieder den Weg der tragischen Vergangenheit dieses Landes.

Battambang Buddhas

Eigentlich wollen wir ganz in den Süden des Landes nach Sihanoukville weiterreisen. Doch da wegen des Khmer-Neujahrs kein Direktbus fährt, müssen wir in der Hauptstadt Phnom Penh umsteigen. Dort erfahren wir, dass es nur noch Plätze im letzten Bus des Tages am Abend gibt. Also verbringen wir die vielen Wartestunden im klimatisierten Sorya Shopping Center neben dem Busbahnhof.