Wer weit weg will, muss weit fliegen – Langstreckenflug mit Baby

langstreckenflug mit baby

Unser Elternzeittrip in Mittelamerika geht los. Yeah! Aber vorher steht noch die Iron Man-Distanz in der Disziplin Familienreise an: Langstreckenflug mit Baby…

Langstreckenflug mit Baby

Mit Baby fliegen

Es ist der 31.12.2017. Silvester. Ein ganz besonderer Tag. Nicht wegen der Parties. Silvesterparties sind überbewertet. Der perfekte Zeitpunkt also, um sich zu verziehen. Nein: Es ist der erste Jahreswechsel als kleine Familie bzw. für unsere Tochter, aber es ist auch der Tag, an dem wir unsere Reise nach Mittelamerika starten. Lange schwirrten fürs Ziel der Elternzeit viele Ideen in unseren Köpfen. Es soll warm sein, bezahlbar, gerne Ecken und Länder, die wir noch nicht kennen. Mexiko stand schon lange fest. Und wie so oft bei uns, kam bei der Flugrecherche alles ein wenig anders und wir beginnen erstmal in Costa Rica.

Unser Tipp für die Anreise zum Flughafen – Rail & Fly im Kleinkindabteil

Ida ICE Kleinkindabteil Deutsche Bahn

Mit für unsere Backpacker-Verhältnisse Unmengen Gepäck springen wir elegant (nicht!) in den ICE gen Flughafen Frankfurt, winken dem geliebten Bochum ein letztes Mal und sind erstmal positiv überrascht: Das Kleinkindabteil haben wir für uns und vom sehr freundlichen Personal bekommt Matilda gleich Ida ICE geschenkt. Noch mehr Spielzeug zum Schleppen!

 

Spielen am FlughafenDer Flughafen Frankfurt ist am Silvesterabend wie ausgestorben. Schnell haben wir das Gepäck aufgegeben (zum Glück moppert niemand über das viel zu schwere Handgepäck) und wollen eigentlich zu Abend essen. Aber es hat fast alles zu (die wollen alle zu ihren geilen Silvesterparties!) und wir keine Lust, Flughafenpreise auszugeben. Brötchen muss also reichen.

Langstreckenflug mit Baby – einfacher als Veggiefood bei Condor

Wir fliegen mit Condor über die Dominikanische Republik (Grüße an die Pauschalklientel im Flieger) nach San José, Costa Rica. Für die Kurze haben wir kein Babybassinet gebucht, da sie schon zu groß und schwer dafür ist. Und seien wir ehrlich: Sie hängt am liebsten auf uns rum.  Außerdem kostet die Sitzplatzreservierung eh schon genug. Aber bei so einem langen Flug wollen wir natürlich zusammen sitzen. Entertainment buchen wir auch nicht – dafür ist keine Zeit. Außerdem gibt es sowas wie Netflix. Das vegetarische Essen kostet bei Condor übrigens 14 Euro Aufpreis. Ähm, what? Kann die Fleischfreifront da mal eskalieren, bitte?

Leider ist beim normalen Essen – Nudeln mit Fleischsaucen-Pampe – bereits alles vermengt, so dass wir in die Röhre schauen. Immerhin gab es zum Jahreswechsel ein Gläschen Sekt umsonst. Henning hasst Sekt.

Flug Santo Domingo nach San Jose

Und wie ist so ein Langstreckenflug mit Baby? Sagen wir mal so. Man kann zehn Stunden sicherlich angenehmer verbringen und es ist teilweise echt anstrengend, weil man sich null bewegen kann. Das liegt aber am beengten Platz in Flugzeugen und nicht am Kind. Matilda rockt das ganze total entspannt und verpennt fast den gesamten Flug. Ist sie mal wach, findet sie wie meistens alles spannend und verdonnert die Leute vor und hinter uns zum Flirten und Bespaßen.

Im Flieger tummelt sich ne ganze Gang an Zwergen. Langstreckenflug mit Baby scheint trending topic zu sein. Eltern, tut Euch einen Gefallen: Wenn Langstrecke mit Baby, dann über Nacht. Sonst eiert ihr Kind-tragend Gang auf, Gang ab durchs Flugzeug. Oder noch schlimmer: In Bandscheibenvorfall-Haltung hinter dem wackelnden Zwerg (“Ich bin ein ganz früher Läufer”) her. Beim Zwischenstopp in der Dominikanischen Republik lernen wir eine Familie mit zwei kleinen Jungs kennen, die ihre zweite Elternzeit (zweieinhalb Monate) in Costa Rica als Surftrip gestalten. Cool. Die abschließenden zweieinhalb Stunden von Santo Domingo nach San José wirken gar nicht so scheiße wie befürchtet. Um 7 Uhr morgens Ortszeit (14 Uhr Bochum time, also 21 Stunden nach Einstieg in den Zug) landen wir endlich in Costa Rica. Bei der Immigration kommen wir dank Baby direkt dran. Matilda winkt als Dankeschön allen Ticos. Kurze Zeit später sitzen wir im Taxi. Das Abenteuer Mittelamerika kann beginnen!

Matildas Meinung

Ich habe mich ja schon die ganze Zeit gefragt, was da wieder im Busch ist. So viel Trubel zu Hause und Koffer packen. Die Eltern schleppen mich wieder irgendwo hin. Sollen sie machen. Solange ich die ganze Nacht auf Mama sitzen kann, ist mir alles egal. Und Papa macht noch mehr Quatsch als sonst, um mich bei Laune zu halten. Auch gut. Ich winke weiter fleißig allen Leuten, scheint ja gut anzukommen. Und das Beste bisher: ich werde nicht mehr in diese unbequeme Winterjacke gequetscht.

Flughafen San Jose Costa Rica

Wie unser Trip weitergeht? Hier findest Du alle Stories zu unseren 3 Monaten Elternzeit auf Reise…