Warum wir Bangkok lieben – Backpacker-Tipps für Bangkok

Bangkok Buddha

Die Meinung vieler Reisenden über Thailands Hauptstadt Bangkok ist gespalten. Manchen ist es zu voll,
die moderne Stadt sei nicht das „wahre“ Thailand. Wir sind immer wieder gerne als Backpacker in Bangkok und sind uns sicher: The Horizon Is Our Home <3s Bangkok.

Welcome (Back) To Bangkok

Bangkok, Ayutthaya, Kanchanaburi –  Thailand
13.-23. Juni 2012

 

bangkok ayutthayaWir hatten alles so schön geplant: Ankunft am späten Abend in Bangkok, mit dem Airlink in die Stadt, Taxi zum Lamphu House, Spicy Coconut Curry am Lieblingsstraßenstand, gemütlich mit unserem Bochumer Freund Timm treffen, der mittlerweile auch in Thailands Hauptstadt ist, dann um 2 Uhr nachts Europameisterschaft gucken. Nicht eingeplant
haben wir die Verspätung unseres Fluges aus Hongkong und die einstündige Warterei auf unser Gepäck. Den letzten Zug verpassen wir natürlich und sind froh, das Taxi nach Banglamphu mit einem Brasilianer zu teilen. Kostet mit Highwaygebühren ca. 350 Baht (knapp 9 Euro) und wie immer mit Taxen sollte man das Festpreis-Angebot ablehnen und auf eine Meter-Fahrt bestehen.

Khao San und Soi Rambuttri – Backpacker-Mekka von Bangkok

Im Lamphu fühlen wir uns gleich wohl. Große, helle Räume und günstiger als unsere eigentlich favorisierte Shanti Lodge. Wir bringen nur schnell die Rucksäcke aufs Zimmer und sind gleich wieder auf der Straße. Noch eine Viertelstunde bis Spielbeginn, wir haben Hunger und von Timm keine Spur. Unsere Thai-Simkarte geht auch nicht mehr. Mist! Wir schlingen eine Portion Pad Thai runter und sind verwundert: Auf der Rambuttri ist nichts los. Wo gucken denn alle Fußball? Die Antwort bekommen wir auf der benachbarten Khao San Road, auf der wir von holländischen und deutschen Schlachtgesängen empfangen werden. Vor der Riesenleinwand im Lucky Beer ist ein Tisch frei, setzen, durchatmen, Anpfiff. Spätestens nach den ersten Toren für Deutschland ist der ganze Stress vergessen. Die Holländer verstummen so langsam, unsere Landsleute feiern. Am nächsten Tag gibt es zum späten Frühstück mit Spicy Tofu Coconut Curry endlich Hennings Bangkok-Lieblingsessen, dass er sich zur Feier des Tages gleich doppelt bestellt. Wir schlendern über Khao San und Rambuttri und freuen uns, wieder in Bangkok zu sein. Endlich erreichen wir auch Timm, der natürlich nur um die Ecke wohnt. Wir verabreden uns zu Chang Bier aus dem Seven-Eleven.

Loha Prasat, Bangkok, Thailand

So bekommt man einen neuen Reisepass in Bangkok

Am nächsten Tag steht ein wichtiger Gang an: Wir holen unsere neuen Pässe von der deutschen Botschaft ab. Mit einem breiten „Moin“ werden wir am Empfang begrüßt und kurze Zeit später halten wir die Ausweise in der Hand. Da sich der Thai-Einreisestempel natürlich im nun ungültigen Pass befindet, sagt man uns, dass wir diesen im Immigration Office erneuern müssen. Dieses befinde sich aber leider weit außerhalb der Stadt und für diesen Freitag sei es eh schon zu
Bangkok Schuhe ausziehenspät. Wir sollen es am Montag versuchen. Montag? Eigentlich wollten wir morgen abreisen. Super! Wir drehen erstmal eine Runde in der grünen Lunge der Metropole, dem schönen Lumphini-Park, und überlegen, aus der nächsten Station Ayutthaya nur einen Tagestrip zu machen und übers Wochenende in Bangkok zu bleiben. Nach dem Lumphini-Besuch steht für uns Touri-Programm auf dem Plan. Ein bisschen Chinatown, dann mit dem Tuktuk von Hualamphong zum Golden Mount Tempel mit toller Aussicht und Loha Prasat. Vorbei am Democracy Monument sind wir schon wieder zurück in unserem Viertel und laufen direkt Timm in die Arme. Wir verbringen einen letzten Abend zusammen. Morgen geht es für ihn nach neun Monaten in Neuseeland und Asien zurück ins Ruhrgebiet. Wir sind natürlich nach unserer Rückkehr schon auf ein Astra im Freibeuter verabredet.

So kommst Du zum Chatuchak-Wochenend-Markt von Bangkok

Nach dem Frühstück heißt unser Ziel an diesem Samstag: Der berühmte Chatuchak-Wochenend-Markt. Bisher nie geschafft, aber dafür haben wir nun genug Zeit. Mit Boot und Metro fahren wir zu dem riesigen Marktgelände und entdecken gute Fälschungen von Marken-Sneakern, stylische Second-Hand-Klamotten und abstruse Bekleidung für Tiere (Superman-Outfit, Ronaldo-Trikot). Wir erstehen EM-Support des aktuellen DFB-Jersey in grün (nicht gefälscht, sondern in inoffziellen Überstunden genäht und in der Tasche aus der Fabrik geschmuggelt!) für weniger als 10 Euro. Ein lohnenswerter Ausflug, der auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos machbar ist (Bus/Fähre/Tuk-Tuk zur Hualamphong Train Station, von da die Metro Blue Line bis Kamphaengphet Station).

Ayutthaya

Tagesausflug von Bangkok nach Ayutthaya mit dem Zug

ayutthaya mit dem fahrradMit dem Zug für 15 Baht (= 37 Cent) tuckern wir zur Sonntagstour nach Ayutthaya, der ehemaligen Hauptstadt des siamesischen Königreiches. Die etwas über einstündige Fahrt ab Hualamphong vergeht schnell, gesellt sich nämlich ein älterer Thai zu uns, der sehr gutes Englisch spricht, dass er im Vietnamkrieg gelernt hat, als er auf einer US Air
Force Base in Thailand gearbeitet hat. Wir erfahren, dass Thais für die ohnehin schon günstige Zugfahrt nichts bezahlen müssen und er sogar mit Schalke und Dortmund etwas anfangen kann. In Ayutthaya schwingen wir uns gleich auf Fahrräder und radeln zu den Tempelanlagen, die über die Stadt verteilt, aber mit dem Drahtesel gut zu erreichen sind. Auch auf die kleinen Boote kann man die Räder für ein paar Cent mitnehmen. Kurz vor einem verheerenden Wolkenbruch schaffen wir es noch zum beeindruckenden Liegenden Buddha, bevor wir uns im Sonntagsverkehr zurück zum Bahnhof kämpfen. Wieder in Bangkok lernen wir bei einer späten Pad Thai-Portion Maike aus Köln kennen, mit der wir, wie sich später herausstellt, gemeinsame Bekannte haben. Ihre Freundin Jessi ist nämlich die Freundin von Hennings Kumpel Sebba. Diese beiden touren seit geraumer Zeit durch Australien und wir haben kurz vor unserer Abreise noch gemeinsam Silvester gefeiert. Mal wieder: Welt…..klein.. Ihr kennt das Spiel! Wir verstehen uns gleich super und verabreden uns für den nächsten Tag wieder. Nachts ist es wieder soweit. Mit Trikot bewaffnet, ziehen wir ins Lucky Beer und erleben den deutschen Sieg gegen Dänemark und somit den Einzug ins Viertelfinale.

ayutthaya buddha head

In unserem Guesthouse führen wir einen Kleinkrieg gegen unser Nachbarzimmer aus England. Die beiden Mädels, die wahrscheinlich das erste Mal ohne Mami und Papi unterwegs sind, meinen, uns die ganze Zeit mit Katy Perry und ihrem Katzengejaule als Begleitung beschallen zu müssen. Dementsprechend gerädert schlagen wir im Immigration Office auf. Die Anreise mit Zugverspätungen und Tuk-Tuk-Fahrern, die sich im eigenen Büttel nicht auskennen, erwähnen wir lieber nicht. Wer mal ohne teures Taxi dahin will, klickt hier. Als uns nach der Ochsentour die nette Beamtin fragt, was wir eigentlich wollen, sind wir der Ohnmacht nahe. Denn: Wer noch beide Pässe hat, zeigt bei der Ausreise einfach beide vor und mit einem Vermerk ist das Ganze erledigt. Wir fassen es nicht. Und deswegen sind wir noch drei Tage in Bangkok geblieben?

Mr Yim’s Foodstall – die beste Streetfood von Bangkok

Da hilft nach der erneut langen Rückreise nach Banglamphu nur noch ein Spicy Coconut Curry. Nach wenigen Minuten bessert sich unsere Laune merklich. Der Grund: Wie der Zufall es so will, sitzen wir neben Courtney und Tristan aus Kanada, die wir vor einem halben Jahr auf einer Busfahrt in Indien kennengelernt haben. Übrigens auch auf der gleichen, auf der wir Bernadette und Marco aus Berlin sowie Pip und Duncan aus Sydney kennengelernt hatten. Seltsam! Die Wiedersehensfreude ist groß, vor allem, weil die beiden ebensogroße Fans unseres Essensstandes sind. Endlich tauschen wir Kontaktdaten aus und verabreden uns für weitere Currys. Vor unserer Abreise nach Kanchanaburi sehen wir natürlich auch Maike wieder.
Death Train KanchanaburiIn die Stadt mit der berühmten Brücke am Kwai fahren wir mal wieder mit dem Zug und zwar von Thonburi aus. Begeistert sind wir vom VN Guesthouse auf dem Wasser, schlafen wir so quasi auf einem Hausboot, das auch ordentlich schaukelt, wenn Speedboote Touristen hin- und herfahren. Der nächste Morgen startet unerfreulicherweise mit einem Krankenhaus-Besuch. Seit der Abreise aus China plagen Vera Magenschmerzen, die einfach nicht verschwinden wollen. Die Diagnose ist schnell gestellt: Akute Magenschleimhautentzündung. Der Besuch beim Arzt kostet ganze 5 Euro, die Medikamente etwas mehr. Mit dem Rad geht es anschließend auf Erkundungstour zur berühmten Death Railway Brücke („Die Brücke am River River Kwai HausbootKwai“, übrigens Kwäää ausgesprochen), zum Kriegsfriedhof, Tempeln und zur Heritage Walking Street. Abgerundet wird der Tag mit einem fantastischen Sonnenuntergang auf dem Hausboot. Sind wir schon in Kanchanaburi, wollen wir uns den Erawan Nationalpark nicht entgehen lassen. Statt per Touri-Tour, fahren wir mit dem local bus. Klappt wie immer alles ohne Probleme. Hauptattraktion des Parks ist der siebenstöckige Wasserfall. Wir laufen alle sieben Ebenen ab, schweißtreibend, aber absolut lohnenswert. Nach der Wanderung springen wir zur Abkühlung natürlich ins kühle Nass und lassen uns von den unzähligen Fischen die überflüssige Haut an Füßen und Beinen abfuttern. Dr. Fish umsonst!

Brücke über den River Kwai Thailand

Wir wollen eigentlich in den Süden, doch das nächste Deutschland-Spiel steht an und es gibt keine direkte Verbindung nach Ranong. Wir müssen eh wieder über Bangkok fahren und so bleiben wir gleich noch eine Nacht. Dieses Mal nicht im Lamphu, das schon ausgebucht ist, sondern im spottbilligen New World Guesthouse gleich um die Ecke. Maike, Courtney und Tristan freuen sich, dass wir wieder da sind und sind bereit für die üblichen kulinarischen Leckereien. Maike und Vera machen Frauentag mit Shakes trinken und auf der Khao San Road shoppen. Diese ist auch für den Viertelfinalsieg gegen Griechenland unser Ziel. Maike kommt leider wegen Krankheit nicht mit, ist aber am nächsten, unserem vorerst letzten Tag in Bangkok wieder mit dabei. Danke, Maike, für viele tolle Stunden in der genialen Metropole. Wir sehen uns auf ein paar Kölsch in der Domstadt wieder. Für uns steht endlich wieder Insel-Hoppen an. Unser erstes Ziel ist Koh Phayam an der Westküste.

 

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