Ilha Do Mel

Worst Things Happen At Sea


Ilha do Mel, Brasilien // 5. – 7. Februar 2011

Schlaftrunken kommen wir um 6 Uhr morgens in Curitiba an und wechseln in den Bus in die Küstenstadt Paranaguá. Klappt mal wieder super. Wir wissen jetzt auch, dass es eine Karriere-Alternative für alternde VfL-Fußballlegenden als die Fußballschule gibt. Unser Bötchen zur Ilha do Mel (Pier in Laufweite vom Busbahnhof in Paranaguá) wird von Dariusz Wosz gesteuert. Überraschenderweise kommen wir trotzdem heil an.

Wir entscheiden uns für ein Doppelzimmer im einzigen Hostel der Insel, da hier Männlein und Weiblein in den Dorms immer noch getrennt schlafen. Kostet auch nur ein bisschen mehr. Von der Veranda können wir nahezu direkt ins Meer springen. Dementsprechend beschränkt sich unser Aktionsradius auf eine kleine Erkundungstour zur Grotte in Encantadas. Der Weg dorthin führt durch eine 1a-Ruhrpott-Schrebergarten-Siedlung, wir fühlen uns sofort wie Zuhause. Abends öffnet der Brasilo-Petrus seine Pforten und lässt uns durch die Hostelanlage schwimmen.

Da hat uns unsere Reisefreundin Doreen nicht zu viel versprochen, das Frühstück kann sich sehen lassen. Das üppige Buffet stellt uns auch ein paar eingepackte Brötchen für unsere geplante Wanderung um die Insel zur Verfügung. Bereits beim ersten Anstieg merken wir, dass irgendwas auf der Insel nicht stimmt. Eine gehetzte Joggerin fragt uns aufgeregt nach einem Handy und rennt weiter, als wir verneinen. Am Strand hinter dem Hügel hat sich eine Menschentraube gebildet, die verzweifelt aufs Meer starrt. Auch uns wird schnell klar, dass hier jemand vermisst wird. Bis ein Rettungsschwimmer auftaucht, vergehen allerdings viele bange Minuten. Menschen fallen auf die Knie, beten. Der Rettungsschwimmer wird von Leuten auf einem Felsvorsprung dirigiert. Nach viel zu langer Zeit kämpft er sich und den Vermissten an Land zurück. Unterstützt von einem Kollegen beginnen die beiden sofort mit der Wiederbelebung, aber alle Mühe ist vergebens. Der einfliegende Helikopter konnte den Mann nur noch tot abtransportieren. Schrecklich zu sehen, wie die Witwe am Strand zusammenbricht. Wir wandern noch ein Stück weiter, entscheiden uns dann aber umzukehren. Die Flut kommt überraschend schnell wieder. Auf eine Risikoaktion haben wir keine Lust mehr. Zurück am Hostel verbringen wir zwei Stunden mit der Planung der Weiterfahrt nach Uruguay. Wir legen uns anschließend noch einmal an den Strand. Abends genießen wir unser geschenktes Essen. Ein Paar aus Peru hat uns bei der Abreise ihr Essen vermacht; Backpacker sind einfach glücklich zu stellen. Auf der Rückfahrt zum Festland am nächsten Tag kreuzen Delphine unseren Weg…

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